Zwei verschiedene Rechnungen, ein häufiger Fehler
Im Restaurant-Portal von Lieferando finden Sie Abrechnungen, Transaktionsberichte und Bestelllisten. Viele Betreiber schließen daraus: „Ich habe meine Rechnungen.“ Tatsächlich gibt es zwei getrennte Belegketten, und nur eine davon ersetzt Ihre Ausgangsrechnungspflicht.
Die Lieferando-Abrechnung betrifft die Gebühr, die Sie an Lieferando zahlen. Die Ausgangsrechnung betrifft den Verkauf an Ihren Kunden. Beides gehört in die Buchhaltung, ist aber nicht dasselbe.
Zwei Richtungen, zwei Zwecke
- Beleg für den Speisenverkauf
- Umsatzsteuer 7% / 19% je Position
- Fortlaufende Rechnungsnummer
- Rechnung über Provision & Services
- Betriebsausgabe, 19% Vorsteuer
- Kein Ersatz für Kundenrechnungen
Die vier Dokumente im Überblick
Damit Sie sofort unterscheiden können, welches Dokument wofür gedacht ist:
| Dokument | Rolle |
|---|---|
Ausgangsrechnung Restaurant → Endkunde | Beleg für den Umsatz aus der gelieferten Bestellung Pflicht für jede Lieferando-Bestellung |
Lieferando-Abrechnung (Provision) Lieferando → Restaurant | Rechnung über Vermittlungs- und Servicegebühren Eingangsrechnung. Ersetzt keine Ausgangsrechnung. |
Sammelauszahlung auf dem Konto Lieferando → Restaurant (Zahlung) | Überweisung des Nettobetrags nach Abzug der Provision Allein kein Beleg für den Verkauf an Kunden |
Bestellübersicht / CSV-Export Interne Übersicht | Liste der Bestellungen mit Beträgen und Daten Keine vollständige Rechnung nach § 14 UStG |
So fließt das Geld (und wo die Belege fehlen)
Stellen Sie sich eine Bestellung über 28 € vor (Speisen und Getränk). Der Ablauf sieht vereinfacht so aus:
Der häufige Denkfehler: Schritt 3 und 4 werden mit Schritt 2 verwechselt. Die Lieferando-Rechnung und die Banküberweisung dokumentieren Ihre Kosten und Zahlungen, nicht den einzelnen Verkauf an den Endkunden.
Typische Verwechslungen in der Praxis
Lieferando stellt Ihnen Rechnungen über die Provision aus. Das sind Eingangsbelege für Ihre Kosten, nicht die Ausgangsrechnungen an Ihre Kunden für den Speisenverkauf.
Die Sammelauszahlung zeigt nur, wie viel Geld angekommen ist. Sie ersetzt keine Einzelbelege mit Rechnungsnummer, Steueraufschlüsselung und Leistungsbeschreibung pro Bestellung.
Eine CSV ist eine Datentabelle. Für die Umsatzsteuer brauchen Sie in der Regel ordnungsgemäße Rechnungen mit Pflichtangaben, fortlaufenden Nummern und revisionssicherer Archivierung.
Die Abrechnung bildet Provision und Auszahlung ab. Ob Ihr Umsatz steuerlich sauber belegt ist, hängt davon ab, ob Sie für jede Bestellung eine eigene Ausgangsrechnung vorliegen haben.
Was Ihr Steuerberater wirklich braucht
Für eine saubere Buchhaltung müssen beide Seiten zusammenpassen. So sieht der ideale Ablauf aus:
Für jede Bestellung legen Sie einen Beleg an den Endkunden an. Darin stehen die korrekte 7-/19-%-Aufteilung und eine fortlaufende Rechnungsnummer.
Ihr Steuerberater verbucht den Bruttoumsatz aus Ihren Ausgangsrechnungen, nicht nur den Nettobetrag der Banküberweisung.
Die monatliche Lieferando-Rechnung wird als Betriebsausgabe gebucht; die ausgewiesene Vorsteuer kann geltend gemacht werden.
Die Sammelauszahlung wird mit Abrechnung und Umsatzabrechnung abgeglichen. Sie schließt die Kette, ersetzt sie aber nicht.
Fehlen die Ausgangsrechnungen aus Schritt 1, bleibt die Lücke. Das gilt auch dann, wenn Lieferando-Abrechnung und Kontoauszug ordentlich vorliegen. Genau hier entstehen bei Betriebsprüfungen die Nachfragen.
Lieferando-Abrechnung: Eingangsrechnung, also Ihre Kosten.
Ausgangsrechnung: Ihr Umsatzbeleg.
CSV und Sammelüberweisung: Hilfsmittel, die allein keine vollständige Belegkette ersetzen.
Ausgangsrechnungen ohne Excel-Chaos erstellen
Bestellbelege.de erstellt aus Ihren Lieferando-Bestellungen die fehlenden Ausgangsrechnungen mit §-14-UStG-Pflichtangaben, korrekter Steueraufteilung und fortlaufenden Nummern. Die Lieferando-Provision buchen Sie weiterhin über die Abrechnung von Lieferando. Beides bleibt getrennt und nachvollziehbar.
Mehr zum rechtlichen Hintergrund lesen Sie in unserem Artikel Warum Lieferando keine Rechnungen ausstellt und in GoBD erklärt.
Häufige Fragen
Ist die Lieferando-Abrechnung eine Ausgangsrechnung?
Nein. Die Lieferando-Abrechnung ist eine Rechnung von Lieferando an Sie über deren Leistung (Vermittlung, ggf. Lieferung). Ihre Ausgangsrechnung richten Sie an den Endkunden, der bei Ihnen bestellt hat.
Reicht die monatliche Sammelüberweisung als Umsatznachweis?
Nein. Sie zeigt nur den Zahlungseingang nach Abzug der Provision. Für das Finanzamt brauchen Sie in der Regel Einzelbelege pro Bestellung, besonders bei gemischten Steuersätzen.
Wer muss die Ausgangsrechnung ausstellen?
Das Restaurant als Leistungserbringer. Lieferando ist Vermittler und Zahlungsabwickler, nicht Verkäufer Ihrer Speisen.
Kann ich die Lieferando-Provision absetzen?
Ja. Lieferando stellt Ihnen dafür eine Rechnung aus. Diese verbucht Ihr Steuerberater als Betriebsausgabe, unabhängig von Ihren Ausgangsrechnungen an Kunden.
Fazit
Eine Lieferando-Abrechnung ist keine Ausgangsrechnung. Eine Kontogutschrift ist weder das eine noch das andere. Wer nur die Dokumente von Lieferando ablegt, deckt die Rechnungspflicht gegenüber Endkunden in der Regel nicht ab.
Trennen Sie bewusst zwischen Erlösen (Ausgangsrechnungen) und Kosten (Lieferando-Rechnungen). So wird die Übergabe an Ihren Steuerberater einfacher, und Sie sind für das Finanzamt nachvollziehbar aufgestellt.
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